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Aus: Vogue 5/03

CREDO: MEHR!

Mit aller Pracht: Stephanie Thonets opulenter Schmuck

Die kleine Wohnung am Rand des Frankfurter Riederwalds atmet Konzentration. Auf Tischen und Konsolen sind die elegantesten Produkte der Natur arrangiert – geschwungene Muscheln, Seeigel und exotisch gefärbte Schneckenhäuser.

Den Sinn fürs Dekorative verdankt Stephanie Thonet ihrer amerikanischen Mutter, die Liebe zu fremden Kulturen ihrem Vater, der als Geschäftsmann mit seiner Familie von den USA in die Türkei, in die Niederlande und nach Österreich zog. Für ihre Kreationen plündert sie die Schätze der Welt zu Wasser und zu Lande, wobei ihre besondere Liebe afrikanischen Schmuckelementen wie Holz, Horn, Knochen und Elfenbein gilt, den arabisch-vielgliedrigen Perlenketten sowie der Pracht chinesischer Jadeknoten und –drachen.

Die Designerin entwickelt daraus eine ganz eigene Ästhetik. Sie kreuzt die ethnischen Elemente mit sicherem Farbgefühl und Mut zur Opulenz. Schmuck könne ihr nie expressiv genug sein, sagt sie. Und: „Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Frauen ausdrucksstärker und glamouröser präsentieren. Ein schlichtes Kleid und dazu ein Blickfang – das reicht schon aus für einen aufregenden Auftritt.“ Ihr größtes Allure-Vorbild, bekennt sie, sei Coco Chanel: „Einfach sensationell wie frech sie ihren Schmuck gemischt hat.“

In der Orchestrierung der Fülle kann es Stephanie Thonet durchaus mit der Stil-Legende aufnehmen, wie ihre verspielten Bettelarmbänder und –colliers beweisen. Dass Exzentrik keine Frage der Materialmenge, sondern der Inszenierung ist, illustrieren ihre Korallen-Kreationen: „Manchmal habe ich nur noch wenig Material zur Verfügung – und seltsamerweise entstehen dann die schönsten Stücke!“

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