Mit aller Pracht: Stephanie Thonets opulenter Schmuck
Die kleine Wohnung am Rand des Frankfurter Riederwalds atmet Konzentration.
Auf Tischen und Konsolen sind die elegantesten Produkte der Natur arrangiert – geschwungene
Muscheln, Seeigel und exotisch gefärbte Schneckenhäuser.
Den Sinn fürs Dekorative verdankt Stephanie Thonet ihrer amerikanischen Mutter,
die Liebe zu fremden Kulturen ihrem Vater, der als Geschäftsmann mit seiner
Familie von den USA in die Türkei, in die Niederlande und nach Österreich zog.
Für ihre Kreationen plündert sie die Schätze der Welt zu Wasser und zu Lande,
wobei ihre besondere Liebe afrikanischen Schmuckelementen wie Holz, Horn, Knochen
und Elfenbein gilt, den arabisch-vielgliedrigen Perlenketten sowie der Pracht
chinesischer Jadeknoten und –drachen.
Die Designerin entwickelt daraus eine ganz eigene Ästhetik. Sie kreuzt die
ethnischen Elemente mit sicherem Farbgefühl und Mut zur Opulenz. Schmuck könne
ihr nie expressiv genug sein, sagt sie. Und: „Ich würde mir wünschen, dass
sich mehr Frauen ausdrucksstärker und glamouröser präsentieren. Ein schlichtes
Kleid und dazu ein Blickfang – das reicht schon aus für einen aufregenden Auftritt.“ Ihr
größtes Allure-Vorbild, bekennt sie, sei Coco Chanel: „Einfach sensationell
wie frech sie ihren Schmuck gemischt hat.“
In der Orchestrierung der Fülle kann es Stephanie Thonet durchaus mit der Stil-Legende
aufnehmen, wie ihre verspielten Bettelarmbänder und –colliers beweisen. Dass
Exzentrik keine Frage der Materialmenge, sondern der Inszenierung ist, illustrieren
ihre Korallen-Kreationen: „Manchmal habe ich nur noch wenig Material zur Verfügung – und
seltsamerweise entstehen dann die schönsten Stücke!“